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Sommerglück versus Sofablues

 

 

 

Soooooooooo wunderschön!
Gerade eben komme ich von einer Abendrunde mit dem Bike zurück.
Heute war „Bürotag“ und den ganzen Tag über war ich am Laptop beschäftigt. Gegen Abend brummte mein Kopf und ich war total müde, der ganze Körper schlapp, die Masse träge sozusagen ;-)
Nix mit Prana, nix mit Lebendigkeit. Eigentlich wollte ich mich nur noch auf´s Sofa legen, Beine hoch und ausruhen. Aber ich wusste ganz genau, wenn ich meinen Kopf nicht frei puste, dann wird das ein unwohles Gefühl beim ins Bett gehen, nehm ich diese Schwere mit unter die Decke.

Also hab ich mich noch auf mein Bike geschwungen und bin losgeradelt, zu einer Feierabendrunde, raus in den Wald - raus auf die Felder.
Und es war soooo fantastisch!
Überall ist der Sommer in der Luft: die Getreidefelder sind in voller Reife und Hafer, Gerste und Weizen leuchten goldgelb  mit der Sonne um die Wette, so golden, dass es goldener gar nicht mehr geht.
Die Grillen zirpen in den Wiesen, als wäre es ihr letztes Konzert heute. Ein Reh huscht kurz vor mir über den Weg, vorher schaut es mich noch ein wenig ungläubig an mit seinen rehbraunen Augen.
Wenig später kommt ein Hase von links. Vorbei geht´s an einem Zwetschgenbaum, dessen Früchte jetzt schon fast in voller Reife sind und an den süßen Geschmack erinnern. Ein Pfauenauge fliegt wirklich minutenlang neben mir und meinem Radl her, ich kann es gar nicht glauben – dreht der auch mal wieder ab? Überall ist dieser typische Sommergeruch von frisch gedroschenem Getreide in der Luft, Traktoren wuseln eifrig in der Ferne umher, ein emsiges Treiben auf den Feldern. Erntezeit.  Dazwischen leuchtend gelbe Sonnenblumenfelder, eine strahlt schöner als die andere. Vogelgezwitscher in der Luft.

Und dann – das Highlight des Abends: ein riesiges Kartoffelfeld, oben auf und hinter den Winzerer Höhen, meinem Lieblingsplatzerl. Es wird bewässert mit riesigen Sprenklern und bei 30 Grad –
was gibt´s da Schöneres als sich darunter zu stellen und die kühlenden Tropfen auf der warmen Haut zu spüren? Jeder Tropfen, der meine verschwitzte Haut berührt, fühlt sich an wie ein kleines Feuerwerk und lässt mich wohlig schaudern Die Haare werden immer nasser, durch die Schuhe geht´s schon durch.
Egal – es ist warm, es ist Sommer. 

Und es fühlt sich so gut an.

Und als ob das alles nicht genug des Glücks wäre, färbt sich just in diesem Moment die Sonne rot und macht sich bereit zum Untergehen. Am Horizont, vor meinen Augen, hoch oben auf den Winzerer Höhen, bei 360 Grad Panorama und schier endlosem Weitblick.


In mir gluckst es vor Glück.

 

Nach ein paar innigen Minuten mach ich mich auf den Heimweg, schließlich wird es ja bald dunkel.
Das Radl, jetzt voller Schlamm, denn die Sprenkler haben auch die Wege aufgeweicht und in fast unpassierbare Passagen verwandelt.

Dreckig aber glücklich, sagt man bei den Kindern.  

Und JA, so ist es: glücklich und erfüllt bis unter die Nasenspitze, wieder lebendig bis in die letzte Zelle und den Kopf frei gepustet. Natur tut einfach gut!
Beinahe hätte ich dieses Sommerglück verpasst – wäre ich auf dem Sofa geblieben.

 

Das nächste Mal, wenn es dir vielleicht genau so geht:

Geh raus. Gib dir einen sanften, aber bestimmten Tritt in den Hintern. Lass das Sofa links liegen.

Erlebe dein ganz persönliches Sommerglück, Herbstwunder, Winterzauber oder Frühlingserwachen.
Du wirst mit Sicherheit mindestens ein Wunder erleben.

Verpasse nicht dein Sommerglück.

 

 

 

 

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