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Warum ich es liebe, allein zu sein

 

 

 

Vor zwei Jahren, bei einem gemütlichen Sommerabend draußen auf der Hüttenterrasse,
erzählte ich in der Gruppe davon, dass ich es liebe, alleine in die Berge loszuziehen.
„Was? Hast du da keine Angst?“ fragte eine Teilnehmerin.
Ich wusste gar nicht so recht, wie sie das meint. Wovor sollte ich Angst haben?
Natürlich gehe ich keine schwierigen oder einsamen Wege, wenn ich allein unterwegs bin.
Das Thema wechselte schnell, doch diese Frage hing mir noch lange nach und sie fällt mir beim Schreiben dieses Artikels wieder ein.

Alleinsein – ein Wort, das in unser gut vernetzten und schnell getakteten Welt einen
eher schlechten Ruf hat.
Wer gerne allein ist, gilt schnell als sonderbar. Kennst du das?

Viele verbinden Alleinsein auch automatisch mit Einsamkeit.
Doch das sind zwei grundlegend unterschiedliche Begriffe.

Ich liebe es sehr mit Gruppen gemeinsam unterwegs zu sein. Die Dynamik, die dabei entsteht, der Austausch, die vielen verschiedenen Persönlichkeiten – es ist wie ein bunter Blumenstrauß:
jeder trägt mit seiner Einzigartigkeit zu dem bunten Gesamtkunstwerk bei.
Doch genauso gerne, ja fast noch lieber, bin ich alleine unterwegs.
Ich persönlich brauche mindestens einen Tag in der Woche, an dem ich komplett für mich bin.
Nicht rede, keine Termine habe, nicht telefoniere und nicht online bin. Damit kann ich Kraft und neue Energie tanken und witzigerweise fühle ich mich dabei total lebendig.
Früher habe ich mich oft gefragt, ob deswegen etwas nicht stimmt mit mir.
Heute weiß ich: alles total normal und vor allem eins: gesund ....

Nach so einem Tag genieße ich dann auch den Kontakt zu anderen wieder viel intensiver.
Auch waren die schönsten Wanderungen und Naturerlebnisse immer die, bei denen ich alleine
unterwegs war: ich nehme viel achtsamer wahr oder entdecke intuitiv ganz besondere Wege und verborgene Plätzchen. Etwas, das mir, wenn ich mit anderen unterwegs war, noch nie passiert ist.

Die Verbindung zur inneren Intuition scheint also um ein Vielfaches präsenter zu sein,
wenn wir alleine sind.


Außerdem kann ich ganz bei mir sein: ob das nun das Tempo oder die Gedanken betrifft.
Dort wo es mir gefällt, kann ich mich ins Gras legen und wenn mir danach ist, stundenlang dort verweilen. Ich muss mich nicht anpassen an den Rhythmus, an die Geschwindigkeit oder die Wünsche eines anderen. Ich muss auch keine Kompromisse eingehen. Oder mich im Gespräch auf andere einlassen. Ich kann ganz bei mir bleiben, in mich selbst hineinspüren. Das tut so unglaublich gut und ist so wertvoll.

Viele verbinden Alleinsein mit Einsamkeit.
Einsamkeit ist jedoch etwas grundlegend anderes als Alleinsein.
Wenn du alleine bist, hast du keine Menschen um dich herum.
Einsamkeit hingegen ist nicht an die An- oder Abwesenheit von anderen Menschen gekoppelt.
So kannst du beispielsweise inmitten vieler Leute stehen und dich trotzdem einsam fühlen.
Du kannst sogar in einer Partnerschaft total einsam sein. Einsamkeit hat immer mit einem Gefühl von Getrenntsein zu tun und kommt aus einem Gefühl des Mangels heraus.
Alleine sein (oder All-Eins-Sein) hat etwas mit Verbundenheit zu tun, mit einem Gefühl der Fülle und des Reichtums.

In der heutigen Zeit haben wir oft gar nicht mehr genug Nischen, um dieses Alleinsein wirklich zu leben. Oft müssen wir uns bewusst die Zeit dafür nehmen. Viele haben auch Angst davor, allein zu sein oder alleine loszuziehen. Geht dir das manchmal auch so? Dann möchte ich dich gerne ermutigen, mal wieder etwas Zeit mit dir allein zu verbringen, egal ob in den Bergen oder einem Restaurant. Denn es lohnt sich:



5 gute Gründe, warum es sich lohnt, allein zu sein:

 

1) Du bekommst einen besseren Zugang zu deiner Intuition
Wenn du allein bist, kannst du ganz auf dich und deine Bedürfnisse hören. Du musst dich nicht an den Rhythmus oder die Wünsche eines anderen anpassen oder Kompromisse eingehen. Du kannst ganz achtsam in dich hineinspüren: was brauche ich gerade? Will ich schnell gehen, will ich langsam gehen? Will ich jetzt eine Pause machen oder lieber weitergehen? Will ich jetzt etwas essen und trinken oder lieber weitergehen? Wo zieht es mich gerade hin?
Der Kontakt zu deiner inneren Stimme bekommt durch das alleine sein einfach wieder Raum.
Deine innere Stimme wird eingeladen, sich wieder zu zeigen.
Denn zu oft, im schnelllebigen Alltag, unterdrücken wir diese Stimme und machen sie mundtot. Weil sie nicht in unseren schnelle Zeit passt. Damit verschenken wir leider eine unserer größten Weisheiten und Ressourcen.
Übe dich also im Alleinsein und du bekommst wieder einen besseren Zugang zu deiner Intuition, deiner inneren Weisheit.

2) Neue Kraft und Energie
In die Stille gehen schenkt dir neue Kraft und Energie auf allen Ebenen. In einem früheren Artikel über die Stille (Video hier ansehen) hab ich dir davon erzählt, dass Reden viel Energie kostet.
Wenn wir viel reden, sind wir viel im Außen. Schweigen hilft uns dabei, uns zu zentrieren und unser Energieniveau wieder zu erhöhen.
Kennst du dieses Gefühl von erschöpft oder ausgelaugt sein, nachdem du dich stundenlang mit jemanden unterhalten hast? Womöglich auch noch über oberflächliche Themen?
Alleine sein hilft dir, deine Energie bei dir zu behalten und auch, dich wieder zu regenerieren.
Nicht umsonst gibt es auch heute noch in vielen Kulturen die Tradition des (tagelangen) Rückzugs.

3) Bessere Beziehungen
Um diesen Punkt zu erklären, braucht es nicht viele Worte:
Nur wenn du gut mit dir alleine sein kannst, wenn du dich mit dir selbst zufrieden und erfüllt fühlst, wirst du auch gute Beziehungen führen können. Gute Beziehungen fangen also immer bei dir selbst und nur bei dir selbst an. Gehst du in eine Beziehung, bevor du inneren Reichtum spürst, dann ist das nur der Versuch, durch das Miteinander einen Mangel/Loch zu stopfen.
Lebst du in einer Beziehung um ein Loch zu füllen oder aber um deine innere Fülle zu teilen?

4) Mehr Kreativität
Alleine sein beflügelt deine Kreativität in wirklich berauschendem Ausmaß.
Zu gut erinnere ich mich an diesen Frühsommer, während dem ich einige Wochen an meinem Lieblingsplatz in den Bergen war. Ich platzte förmlich vor Kreativität, neue Ideen sprudelten nur so aus mir heraus und auch das Schreiben wollte nicht aufhören. Ich hätte jeden Tag einen weiteren Artikel schreiben können, es floss einfach nur so aus mir heraus.
Viele großen Künstler haben z.B. ihre bedeutenden Werke fast immer in Zeiten des Alleinseins geschaffen. Das liegt daran, dass du in Kontakt mit deinem Inneren kommst, wenn du alleine bist.
Und dort wohnt deine Kreativität, deine unerschöpfliche Quelle.

5) Du findest Antworten

Kennst du das? Dich beschäftigt ein großes Thema zu dem du dir schon tagelang oder gar wochenlang den Kopf zerbrichst und einfach nicht weiterkommst, keine Entscheidung treffen kannst, keine Antwort findest?
Dann ist das Beste, was du tun kannst, Zeit alleine zu verbringen. Am besten in der Natur.
Wenn du alleine bist, kannst du in Ruhe reflektieren und Entscheidungen treffen, die aus deinem Herzen kommen. Und nicht aus dem Verstand anderer Menschen, die meinen dir gut zureden zu müssen.
Wieso glauben wir eigentlich immer, die Antwort liegt da draußen, bei den anderen?
In deinem Inneren, dort wirst du sie finden. Wenn du dir Zeit für dich nimmst.

Alleine sein ist also eine grundlegende Qualität, die dich auf allen Ebenen bereichert.
Probier´s mal aus.
Und das nächste Mal, wenn dich dabei vielleicht jemand schräg anschaut – steh dazu.
Es ist mehr als gesund.

 

 

 

 

 

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