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Warum es sich lohnt, dranzubleiben

 

 

 

lch möchte euch heute gerne etwas an die Hand geben, dass euch bei eurer (Yoga)Praxis helfen kann. Wenn’s mal wieder holpert, der innere Schweinehund recht groß ist oder es mit der Disziplin einfach nicht klappen will. Der Artikel ist auf die Yogapraxis bezogen, im Prinzip kannst du es aber auf jegliche Praxis übertragen, die Durchhaltevermögen erfordert.

Sicherlich kennst du das:
Die Asanastunde würde um 18 Uhr beginnen aber dein Sofa ist gerade soooo bequem.
Oder du setzt dich hin zur Meditation und der Geist springt in alle Richtungen, die Nase fängt plötzlich unwiderstehlich zu jucken an oder dir fallen auf einmal hundert andere Dinge ein, die noch zu erledigen sind. Kurzum - tausend Gründe die Praxis heute sausen zu lassen.

Wie schaffst du es nun aber trotzdem dranzubleiben und beständig zu üben?

Anhand der fünf Phasen der Meditation (nach Piron) möchte ich dir gerne diesen Weg erklären.
Denn wenn du diese Hindernisse verstehst, fällt es dir leichter damit umzugehen.

Mir persönlich hilft dieses Wissen sehr, um beständig zu bleiben.

Die erste Phase ist die Phase der Hindernisse:
Körperliche Schmerzen oder juckende Nasen ;-), geistige oder körperliche Unruhe, Ungeduld, viele Gedanken, Müdigkeit oder Trägheit machen sich breit. Diese Phase hat jeder und sie dauert unterschiedlich lang. Selbst Menschen, die schon jahrelang praktizieren, gehen immer wieder durch diese Phase hindurch.

Die zweite Phase ist die Phase der Entspannung:
Wenn du es geschafft hast, durch die erste Phase der Hindernisse hindurchzugehen kommt die Phase der Entspannung – die Atemfrequenz sinkt, der Herzschlag wird ruhiger, tiefe Entspannung setzt ein. Meistens passiert dies so nach etwa 20 Minuten. Es lohnt sich also durch die erste Phase der Hindernisse hindurchzugehen und du wirst ganz automatisch den Drang verspüren immer länger sitzen zu bleiben, wenn du einmal in diesen Genuss der Entspannung gekommen bist.

Die dritte Phase ist die der Konzentration:
Was vorher großer Anstrengung bedarf, nämlich den Geist auf ein Objekt zu richten, wird nun immer müheloser. Du kannst dir das wie einen betrunkenen Affen (oder jungen Hund) vorstellen, der immer wild umherhüpft und in alle Richtungen ausbricht. Mit großer Geduld und auch Kraft musstest du diesen betrunkenen Affen immer wieder sanft, aber bestimmt zurückholen und auf ein Objekt fixieren. Nun wird es immer leichter in dieser Phase und es geschieht fast wie von selbst. Die „Ausbrecher“ werden seltener.

Die vierte Phase ist die der Meditation:

Der Geist ist jetzt ganz ruhig, es gibt keine Gedankenwellen mehr, die ausbrechen oder – um beim Bild des Affen zu bleiben – der Affe/junge Hund ist jetzt ganz ruhig und es bedarf keines Aufwandes mehr, um ihn zurückzuholen..Die Konzentration geschieht völlig mühelos und eine tiefe Ruhe macht sich breit. Das Gefühl für Raum und Zeit ist verloren.

 

Die fünfte Phase ist die des Samadhi:

Die Dualität verschwindet, dein Geist ist komplett ruhig.

 

Sei dir also darüber bewusst, dass jede Praxis meist mit dieser ersten Phase verbunden ist und diese unterschiedlich lang dauert. Es lohnt sich aber, da hindurchzugehen und weiter zu machen.

 

Bewerte deinen Erfolg nicht daran, wie flexibel dein Körper ist oder wie ruhig dein Geist. Sieh jede Praxis einfach als tägliche Übung an, die mal so läuft und mal so.

 

Bleibe beständig.

 

Übe dich in Disziplin und der Hingabe, alles geschehen zu lassen. Du kannst deinen Erfolg nicht wirklich steuern: wann und wie sich dein Körper und Geist verändert, liegt nicht wirklich in deiner Hand.

Du weißt aber, dass es passiert, wenn du beständig übst.

 

Auch bei mir gibt es immer wieder einmal Phasen, in denen es wirklich zäh ist oder die Motivation fehlt. Dann bin ich auf der Matte und habe das Gefühl, dass ich das erste Mal Yoga praktiziere.

Oder ich warte ganz ungeduldig auf Veränderungen: wann endlich kommt meine Stirn auf´s Knie?

Oder ich bereite mich auf die Meditation vor, mit riesengroßen Erwartungen und denke mir „oh ja, die heutige Meditation wird ganz besonders“ - was sie dann natürlich nicht wird…..

Und der Klassiker: ich hätte Zeit, aber anstatt Pranayama zu üben, daddel ich im Internet. Kennst du das auch?

Dann wieder gehe ich völlig erwartungslos in die Praxis, ich praktiziere einfach ganz stoisch, eben weil es zur Routine geworden ist und erlebe unerwartet grandiose Momente, der Körper ist flexibel wie Kaugummi oder der Geist vollkommen ruhig.

Erwarte nichts und alles kann passieren.

 

Den größten Fehler, den du machen kannst, ist mit der Praxis komplett aufzuhören.

Vielleicht hast du dir am Anfang voller Enthusiasmus schnelle Erfolge erhofft und bist entmutigt, wenn sich diese nicht sofort einstellen.

Setze das Üben ohne Erwartungen fort, Wachstum wird allmählich eintreten.

Ehrlichkeit, Regelmäßigkeit und Geduld sichern den Fortschritt im Lauf der Zeit.

 

Auch wenn manchmal Zweifel aufkommen, ist das völlig normal. Dann besteht natürlich die Gefahr, dass du deine Praxis komplett aufgibst. Wenn also Zweifel bei dir aufsteigen, suche am besten die Gemeinschaft spiritueller Menschen, melde dich für einen kompletten Kurs an, nimm an einem Satsang teil, teile deine Praxis mit Menschen, die fest und klar in ihrem Glauben sind - das wird dir helfen.

 

Mit Fleiß und Entschlossenheit kann jeder einer spiritueller Riese werden.

Bleibe beständig und dein Leben wird sich garantiert verändern.
 

 

 

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