Allgäuer Sternenhimmel




Gestern und vorgestern waren seltsame Tage – ich hatte das Gefühl, dass ganz viel Spannung, Wut und Aggression in der Luft liegt. Von einigen anderen habe ich ähnliches gehört. Gestern hatten wir dann auch noch Besuch und am Abend war ich völlig k.o. und müde, so dass ich schon um halb neun im Bett war.

Ich habe das Gefühl die Qualität der Zeit ist gerade eine andere als nach außen und in den Kontakt zu gehen, sondern ganz nach innen. Wer früh ins Bett geht, ist auch früh wieder wach und so war ich heute Morgen um 4 Uhr putzmunter und voller Tatendrang Die Yogis nennen die Zeit zwischen 4 und 6 Uhr morgens Bramamuhurta, eine Zeit mit einer besonderen Energiequalität - und ja, die spürt man wirklich jedes Mal. Ich liebe diese Zeit… Und was macht man, wenn man morgens um vier aufsteht? Ich habe mich auf den Balkon gesetzt und den kristallklaren Sternenhimmel bestaunt. Die frische Luft hier im Allgäu riecht schon nach Winter und es tut so gut ein paar tiefe und bewusste Atemzüge zu nehmen und meine Lungen damit zu füllen. Selbst die Milchstraße sieht man heute, neben tausend anderen Sternen: die einen ganz klein und aufgeregt funkelnd, die anderen mächtig hervorstehend und heller leuchtend als andere. Und schon wieder hab ich eine Sternschnuppe gesehen, die dritte an diesem Wochenende! Eine unglaublich friedliche Atmosphäre liegt in der Luft und es scheint, als ob ich diesen Frieden mit jedem Atemzug einatme und sich die Gereiztheit und Spannung der letzten Tage mit jedem Ausatmen verflüchtigt. Ein leichter Wind lässt die letzten noch am Baum hängenden Blätter sanft rascheln. Ein wahnsinnig schöner Moment morgens um 5 draußen auf dem Balkon…. Ganz im Hier und Jetzt. Beim Blick in den Sternenhimmel wird mir wieder einmal diese andere Ebene bewusst, in der so ein unglaublicher Frieden liegt und die weit entfernt von Denken, Konzepten und Begrenzungen ist, in der wir als Mensch scheinbar „gefangen“ sind. Dabei sind wir gar nicht „gefangen“ darin oder gar getrennt davon - diese Ebene/dieses Bewusstsein strömt fortwährend durch uns hindurch. Und in Momenten, in denen wir still werden oder innehalten, können wir das wieder spüren. So wie frühmorgens um 5 Uhr draußen auf den Balkon unter dem Sternenzelt, oder auch beim Blick in die Weite in den Alpen oder auch einfach nur wenn wir tagsüber einmal den Blick zum Himmel wenden, der ja keinen Anfang und kein Ende hat, nicht begrenzt ist.

So, Zeit sich noch einmal ins Bett zu kuscheln und aufzuwärmen…

Ich wünsche dir, lieber Leser, einen wunderbar friedlichen und „unbegrenzten“ Tag, mit vielen Blicken zum Himmel oder in die Weite und dem Wissen, dass wir alle eingebunden sind in etwas, das viel größer ist als wir…





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